KNX-Präsenzmelder richtig einsetzen

Was ein KNX-Präsenzmelder anders macht als ein Bewegungsmelder, wo er sich lohnt, wie man ihn richtig platziert und was er neben Licht noch steuern kann.

Wer einmal in einem Haus mit gut eingestellten Präsenzmeldern gewohnt hat, sucht in anderen Häusern nach dem Lichtschalter und wundert sich. Licht geht an, wenn man den Raum betritt, bleibt an, solange man da ist, und geht aus, wenn man geht. Kein Tasten im Dunkeln, kein Licht, das den ganzen Tag im Keller brennt.

Klingt simpel. In der Praxis entscheiden aber Gerätewahl, Platzierung und Parametrierung darüber, ob ein Präsenzmelder angenehm ist oder nervt. Hier geht es darum, was ein KNX-Präsenzmelder kann, wo er sich lohnt und worauf wir bei der Planung achten.

Präsenzmelder oder Bewegungsmelder?

Beide arbeiten in der Regel mit einem passiven Infrarotsensor (PIR). Er erkennt Wärmestrahlung, die sich im Erfassungsbereich bewegt. Der Unterschied liegt in der Empfindlichkeit:

  • Ein Bewegungsmelder reagiert auf deutliche Bewegungen, zum Beispiel jemanden, der durch den Flur läuft. Er ist gemacht für Durchgangsbereiche und außen.
  • Ein Präsenzmelder erkennt auch kleine Bewegungen: Umblättern, Tippen, eine Handbewegung am Esstisch. Er ist gemacht für Räume, in denen man sich aufhält.

Deshalb gilt: Im Arbeitszimmer geht mit einem Bewegungsmelder irgendwann das Licht aus, während man am Schreibtisch sitzt. Mit einem passenden Präsenzmelder nicht.

Viele KNX-Präsenzmelder messen außerdem die Helligkeit im Raum. Damit wird aus dem einfachen Ein und Aus eine Lichtsteuerung, die auf Tageslicht reagiert.

Was ein KNX-Präsenzmelder kann

Ein KNX-Melder sendet seine Informationen auf den Bus, und jede andere Funktion im Haus kann darauf reagieren.

Licht schalten und dimmen

Die Grundfunktion. Im Vollautomatik-Betrieb schaltet der Melder das Licht ein und aus. Im Halbautomatik-Betrieb schalten Sie per Taster ein, der Melder schaltet nur aus, wenn niemand mehr da ist. Halbautomatik ist in Wohnräumen oft die bessere Wahl, weil man nicht bei jedem Betreten das volle Licht möchte.

Konstantlichtregelung

Präsenzmelder mit Lichtsensor halten die Helligkeit im Raum auf einem eingestellten Wert. Scheint die Sonne herein, dimmt das Kunstlicht herunter; zieht eine Wolke auf, regelt es nach. Das spart Energie und fällt im Alltag kaum auf. In Büros und Arbeitszimmern ist das besonders angenehm.

Heizung, Lüftung und Klima

Viele Melder haben einen eigenen Präsenz-Ausgang für die Haustechnik, meist mit eigener Verzögerung. Die Einzelraumregelung wechselt damit zwischen Komfort und Standby: Ist der Raum länger leer, wird etwas abgesenkt. Die kontrollierte Wohnraumlüftung kann bei Anwesenheit eine Stufe höher fahren.

Sicherheit und Alarm

Im Abwesenheits- oder Nachtmodus wird aus der Präsenzinformation ein Alarmsignal: Bewegung im Erdgeschoss, obwohl alle schlafen oder außer Haus sind. Kombiniert mit Fensterkontakten entsteht so eine einfache Alarmfunktion ohne zusätzliche Sensoren.

Szenen und Logik

Präsenz lässt sich mit allem verknüpfen, was im KNX-System vorhanden ist. Zum Beispiel:

  • Bad: Licht an, und nach dem Duschen läuft die Lüftung nach.
  • Flur in der Nacht: Licht nur auf 10 Prozent, damit niemand geblendet wird.
  • Garage: Licht an, wenn das Tor aufgeht, und aus, wenn niemand mehr da ist.
  • Wohnzimmer: Ist niemand im Raum, fahren am Abend die Rollläden trotzdem nach Zeitplan.

Wo sich Präsenzmelder lohnen

Nicht jeder Raum braucht einen. Aus unserer Erfahrung:

  • Flur, Diele, Treppenhaus: fast immer. Hier sucht niemand gern den Schalter, und Licht wird oft vergessen.
  • Gäste-WC, Bad: sehr sinnvoll, im Bad mit Nachtlicht-Funktion und Kopplung an die Lüftung.
  • Abstellraum, Hauswirtschaftsraum, Keller, Technikraum: ja, weil man dort meist die Hände voll hat.
  • Arbeitszimmer: ja, mit Konstantlichtregelung.
  • Küche: gern, aber im Halbautomatik-Betrieb und gut auf die Arbeitsflächen ausgerichtet.
  • Wohn- und Esszimmer: eher für Heizung, Alarm und Logik als zum Lichtschalten. Licht wollen die meisten hier selbst bestimmen.
  • Schlafzimmer: meist nicht zum Lichtschalten. Ein Melder kann aber als Alarm- und Heizungssensor sinnvoll sein.

Richtig platzieren

Wenn ein Präsenzmelder schlecht funktioniert, liegt es meistens an der Position.

  • An die Decke, über den Aufenthaltsbereich. Der Melder muss sehen, wo Menschen sitzen, nicht nur, wo sie laufen.
  • Erfassungsbereich für Sitzen und Gehen unterscheiden. Im Datenblatt stehen meist zwei Werte. Für Präsenz zählt der Bereich für sitzende Personen, und der ist deutlich kleiner.
  • Montagehöhe beachten. Die meisten Deckenmelder sind für etwa 2,5 bis 3,5 Meter ausgelegt. Höher wird der Bereich größer, aber die Empfindlichkeit sinkt.
  • Nicht direkt über Heizkörper, Lüftungsauslässe oder Lampen. Warme Luft und Wärmequellen können falsche Auslösungen verursachen.
  • Nicht durch offene Türen in den Nachbarraum schauen lassen. Sonst geht im Flur das Licht an, wenn im Wohnzimmer jemand vorbeiläuft. Viele Melder lassen sich mit Abdeckungen oder einstellbaren Sensorzonen begrenzen.
  • Große oder verwinkelte Räume: Mehrere Melder als Master und Slave koppeln, damit der ganze Raum erfasst wird und nur einer das Licht steuert.

Wir legen die Positionen in der Planung auf dem Grundriss fest, mit eingezeichnetem Erfassungsbereich. Dann liegt die Busleitung an der richtigen Stelle, bevor die Decke zu ist.

Die wichtigsten Einstellungen

Ein KNX-Präsenzmelder hat in der ETS Dutzende Parameter. Diese sind im Alltag entscheidend:

  • Nachlaufzeit: wie lange das Licht nach der letzten erkannten Bewegung an bleibt. Im Flur reichen oft zwei bis drei Minuten, im Arbeitszimmer eher zehn bis fünfzehn.
  • Helligkeitsschwelle: ab welcher Helligkeit das Licht gar nicht erst eingeschaltet wird.
  • Betriebsart: Voll- oder Halbautomatik, je nach Raum.
  • Sperrobjekt: Präsenz zeitweise abschalten, zum Beispiel für einen Filmabend oder beim Putzen.
  • Tag- und Nachtbetrieb: nachts gedimmtes Orientierungslicht statt voller Helligkeit.
  • Eigene Ausgänge für Licht und HLK: mit unterschiedlichen Verzögerungen, damit die Heizung nicht bei jedem kurzen Verlassen absenkt.

Gute Werte findet man selten am ersten Tag. Wir stellen nach der Übergabe gern nach, wenn sich im Alltag zeigt, dass im Bad das Licht zu früh ausgeht.

Typische Fehler

  • Der Melder sitzt über dem Flur statt über dem Schreibtisch, und das Licht geht beim Arbeiten aus.
  • Vollautomatik im Wohnzimmer: Das Licht geht abends an, obwohl man nur kurz etwas holt.
  • Keine Sperrfunktion: Beim Kinoabend geht das Licht an, sobald sich jemand bewegt.
  • Erfassung durch die offene Tür: Das Licht im Flur geht ständig an.
  • Präsenz nur fürs Licht genutzt, obwohl Heizung, Lüftung und Alarm die Information ebenso brauchen könnten.

Fazit

Ein KNX-Präsenzmelder ist einer der Bausteine, die im Alltag am meisten bringen. Er spart Energie, macht das Haus bequemer und liefert Informationen, die Heizung, Lüftung und Sicherheit nutzen können. Damit das klappt, gehören drei Dinge zusammen: der richtige Melder für den Raum, die richtige Position auf dem Plan und eine Programmierung, die zum Leben im Haus passt.

Sie planen ein KNX-Haus oder wollen Präsenzmelder in einer bestehenden Anlage nachrüsten? Wir planen das mit Ihnen, im Umkreis von Solnhofen vor Ort, deutschlandweit in der Programmierung.

Christian Gebhardt plant und programmiert bei SH2 SmartHome Solutions in Solnhofen KNX- und Loxone-Anlagen für Bauherren und Elektrobetriebe. Mehr über uns.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Präsenzmelder und Bewegungsmelder?

Ein Bewegungsmelder reagiert auf größere Bewegungen, etwa wenn jemand durch einen Flur läuft. Ein Präsenzmelder ist deutlich empfindlicher und erkennt auch kleine Bewegungen wie Tippen am Schreibtisch. Er eignet sich deshalb für Räume, in denen man sich länger aufhält.

Wie hoch wird ein KNX-Präsenzmelder montiert?

Die meisten Deckenmelder sind für Montagehöhen von etwa 2,5 bis 3,5 Metern ausgelegt. Die genauen Werte und den Erfassungsbereich für sitzende und gehende Personen nennt das Datenblatt des Herstellers.

Kann ein Präsenzmelder auch die Heizung steuern?

Ja. Viele KNX-Präsenzmelder haben einen eigenen Ausgang für Heizung, Lüftung und Klima. Damit schaltet die Einzelraumregelung zwischen Komfort und Standby, je nachdem, ob jemand im Raum ist.

Lassen sich Präsenzmelder nachrüsten?

In einer bestehenden KNX-Anlage meist ja: Der Melder braucht nur die Busleitung, keine eigene Netzspannung. Liegt an der Decke keine Busleitung, gibt es Lösungen über eine Unterputzdose oder Funk.

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